­

Entwässerungsanlagen

Nachfolgend finden Sie Daten, Zahlen und Fakten zu den öffentlichen Entwässerungsanlagen im Stadtgebiet von Gelsenkirchen.

Einzugsgebiet

Das Gebiet der Stadt Gelsenkirchen liegt in der so genannten Emscherzone im nördlichen Teil des Ruhrgebietes und hat eine Fläche von ca. 105 km2. In Nord-Süd Richtung hat das Stadtgebiet eine Ausdehnung von ca. 18 km, in West-Ost Richtung eine von ca. 10 km. Gelsenkirchen hat derzeit eine Gesamtbevölkerung von rd. 260.000 Einwohnern.

Der niedrigste Punkt des Stadtgebietes liegt im Stadtteil Horst und hat eine Höhe über NN von ca. 25,00 m. Der höchste Punkt liegt an der Ressestraße und hat eine Höhe über NN von ca. 95,00 m.

Das Stadtgebiet wird von zwei parallel von Osten nach Westen führenden Gewässern geprägt, dem Rhein-Herne-Kanal und der Emscher.

Im Stadtgebiet befindet sich der Rhein-Herne-Kanal als stehendes Gewässer. Dieser verläuft in einem künstlichen Bett von Osten nach Westen und dient fast ausschließlich dem Transport von Gütern.

Wasserwirtschaftlich liegt die Stadt im Einzugsgebiet der beiden natürlichen Vorfluter Emscher und Lippe. Die Wasserscheide zwischen Emscher und Lippe verläuft in West-Ost Richtung auf Höhe der Vinckestraße/ Vom-Stein-Straße. Die Lippe selbst befindet sich nördlich des Gelsenkirchener Stadtgebietes. Ihr wird das Wasser über die Nebenläufe Picksmühlenbach und Rapphofsmühlenbach zugeführt. Bei der Emscher werden nicht nur der Hauptlauf, sondern auch die Nebenläufe Lanferbach, Holzbach, Schwarzbach, Wattenscheider Bach, Sellmannsbach und Hüller Bach zur Ableitung genutzt.

In Gelsenkirchen sind ca. 70% der Fläche und ca. 99% der Einwohner an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen. Die nicht angeschlossenen Einwohner betreiben in der Regel Kleinkläranlagen.

Entwässerungsnetz

In Gelsenkirchen wird der größte Teil der öffentlichen Abwasseranlage im so genannten Mischsystem betrieben, das heißt Schmutzwasser und Regenwasser werden in einer Abwasserleitung gemeinsam abgeleitet. In Neubaugebieten wird nach Möglichkeit ein Trennsystem mit separaten Leitungen für Schmutz- und Regenwasser erstellt.

Die Gesamtlänge des von uns zu betreuenden Entwässerungsnetzes beträgt etwa 716 km. Der überwiegende Teil der Abwasseranlage sind so genannte Freispiegelleitungen, in denen das Wasser allein auf Grund der Schwerkraft im freien Gefälle fließt. Sie haben eine Gesamtlänge von 709 km. Diese setzt sich zusammen aus 21.800 einzelnen Haltungen, die über 21.200 Schachtbauwerke verbunden sind. Die Durchmesser bewegen sich zwischen 15 cm und 340 cm, als Profilformen sind Kreis-, Ei-, Maul-, Kasten- und Sonderprofile vorhanden.

Darüber hinaus werden von Gelsenkanal unter anderem folgende abwassertechnische Sonderanlagen zur Abwasserableitung unterhalten:

2 Düker Kreuzungsbauwerke, die ein Hindernis als Abwasserdruckleitung unterqueren.
3,3 km Grabensysten im Berger-Feld Naturnah ausgebildetes System von Gräben zur Ableitung von Regenwasser.
43 Auslaufbauwerke Bauwerke am Ende der Kanalisation, gleichzeitig Einleitstellen in Gewässer.

Zur Regenwasserbehandlung und -rückhaltung werden unter anderem noch folgende Anlagen betrieben.

22 Regenrückhaltekanäle im Mischsystem Speicherräume für Regenabflussspitzen in langgestreckter Bauform (mit einem festen oder variablen Drosselablauf).
4 Regenrückhaltebecken im Trennsystem Speicherräume für Regenabflussspitzen als Becken ausgebildet.
Regenüberlauf mit Rückhaltebecken am Brüggerbach Einleitungsbauwerk mit einem naturnah ausgebildeten Rückhalteraum. Das Wasser aus dem Mischsystem gelangt verzögert in das Gewässer.
2 Regenklärbecken im Trennsystem Absetzbecken im Trennsystem zur Behandlung von Regenwasser vor der Einleitung in ein Gewässer.
Stauraumkanal vor dem Pumpwerk GE-Horst im Mischsystem Speicherraum im Mischsystem zur Behandlung von Regenwasser vor der Einleitung in ein Gewässer.
2 Versickerungsanlagen Anlagen zur Einleitung von Regenwasser in das Grundwasser.

Offene Abwasserläufe

In der Vergangenheit wurden Wasserläufe teilweise begradigt und mit einer befestigten Sohle ausgestattet. Diese technisch ausgebauten Anlagen konnten somit zum offenen Abwassertransport genutzt werden.

Derzeit existieren von diesen offenen Abwasserläufen im Stadtgebiet noch ca 2,6 km in der Zuständigkeit von Gelsenkanal und ca 38 km im Eigentum der Emschergenossenschaft.

Im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Emschersystems ist beabsichtigt, parallel zu allen offenen Abwasserläufen geschlossene Leitungen für das Schmutzwasser zu erstellen. Anschließend können die dann schmutzwasserfreien Anlagen ökologisch verbessert werden.

Pumpwerke

Im Stadtgebiet existieren insgesamt 35 Abwasserpumpwerke, von denen 21 von der Emschergenossenschaft, 1 vom Lippeverband und 13 vom Bergbau betrieben werden. Die Förderleistungen dieser Anlagen reichen von wenigen hundert Litern/ Sekunde bis zu 17.000 Liter/ Sekunde.

Abwasserbehandlungsanlagen

Das im Einzugsgebiet der Lippe anfallende Abwasser wird in der Kläranlage Gelsenkirchen-Picksmühlenbach des Lippeverbandes gereinigt, die Regenwasserbehandlung erfolgt in den Becken Hassel (nördlich der Wiebringhausstraße) und Picksmühlenbach (auf dem Kläranlagengelände). Das Abwasser im Emschereinzugsgebiet wird in der Kläranlage Bottrop der Emschergenossenschaft gereinigt. Eine Regenwasserbehandlung findet hier derzeit noch nicht statt. Es ist vorgesehen, diese im Zuge der Umgestaltung des Emschersystems zu erstellen.

Reingewässer

Zur Abführung von Quell- und Regenwasser werden ca 28 km Reinwasserläufe im Stadtgebiet von Gelsenkanal unterhalten. Im Stadtgebiet existieren zwei Gewässerpumpwerke, die vom Bergbau betrieben werden.

Hinzu kommt als Sonderanlage ein Hochwasserrückhaltebecken am Graben Finefrau – naturnah ausgebildeter Rückhalteraum, der bewirkt, dass das Wasser aus dem Gewässer verzögert in die Kanalisation gelangt.

Wir sind für Sie da.

Wenn es um die Planung, den Bau und den Betrieb der Stadtentwässerung in Gelsenkirchen geht. Wir sind täglich im Einsatz, um den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Gelsenkirchen einen hohen Entwässerungskomfort zu bieten.

Die Kanalisation ist eine im Untergrund verborgene Welt. Obwohl sie 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche wichtige Aufgaben unseres täglichen Lebens erfüllt, beziehungsweise erst ermöglicht, wird sie in der Regel nicht wahrgenommen.

Sie funktioniert im Hintergrund.

Das Ziel unserer Arbeit ist es, den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Gelsenkirchen eine funktionierende Kanalisation verbunden mit dem bestmöglichen Entwässerungskomfort bereitzustellen - jetzt und in der Zukunft.

Störung melden.

Sollten Sie eine Störung der Kanalisation feststellen, können Sie diese bei uns melden.

Beispiele:

  • Klappernde Schachtdeckel
  • Verstopfte Straßenabläufe (Gullys)
  • Aus der Kanalisation austretendes Wasser
  • Rückstau in Ihrer Grundstücks­entwässerungsanlage (bspw. überfluteter Keller)
  • Geruchsbelästigungen aus der Kanalisation
­

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie in unserer Erklärung zum Datenschutz